Historie

1900

Mitglieder der bereits bestehenden örtlichen Mieterorganisationen - unterstützt von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens - beschließen das Statut des VBS.

Viele der Gründer sind mit der Gewerkschaftsbewegung verbunden und haben ihre politische Heimat in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.

1901

Mit der Eintragung der ersten 45 Mitglieder in das Genossenschaftsregister entsteht die Volks- Bau- und Sparverein Frankfurt am Main eG auch rechtlich.

1902

Die erste Baumaßnahme der VBS eG wird in der Rohrbachstraße im Nordosten Frankfurts in Angriff genommen. Hier entstehen auf einem Erbbaugrundstück 48 Arbeiterwohnungen.

Es handelt sich überwiegend um 2-Zimmerwohnungen, die den Genossenschaftsmitgliedern kurze Zeit später zur Nutzung übergeben werden können.

1903 - 1916

Trotz erheblicher Finanzierungsprobleme, die auf die eingeschränkte Bereitschaft von Kapitalzusammelstellen zur Gewährung von Darlehen zurückzuführen ist, gelingt es der Genossenschaft, weitere Neubauten zu errichten. So können in der Kölner Straße, Böttgerstraße, Rodheimer Straße und in der Frankenallee insgesamt 237 Wohnungen den Mitgliedern übergeben werden. Alle Wohnungen sind höchst komfortabel ausgestattet. Neben einem Bad, das ebenso wie die Küche mit einer Warmwasserzuleitung ausgestattet ist, gibt es ein Kellerabteil sowie eine Abstellkammer.

Des Weiteren entstehen auf dem Baugelände am Riederwald in weitläufiger, offener, durchgrünter Bauweise sukzessive 40 Einfamilienhäuser und 625 Wohnungen in dreigeschossigen Mehrfamilienhäusern. Jeder Wohnung ist ein Hausgarten zugestellt. Zur Sicherstellung einer kompletten sozialen Infrastruktur werden zudem mehrere Läden sowie ein Volkshaus errichtet.

Nach Ende des 1. Weltkriegs nimmt die Wohnungsnachfrage ein bis dahin nicht gekanntes Ausmaß an. Über tausend neue Mitglieder erhoffen sich von der Genossenschaft Hilfe bei der Lösung ihres Wohnungsproblems. Die desolate Finanzsituation des Staates und die sich abzeichnende Inflation lähmen die baugenossenschaftliche Initiative erheblich, so dass erst im Jahre 1921 das nächste Bauprojekt begonnen wird.

1917 - 1945

Bis zur Mitte der 1930er Jahre werden in der Gutleut- und Walter-Kolb-Siedlung sowie in der Spenerstraße und Reichelstraße insgesamt 530 neue Wohnungen gebaut und den Genossenschaftsmitgliedern zur Nutzung übergeben. Um die Miete angesichts der immensen Baukosten überhaupt tragbar zu gestalten, gewährt der Staat für einen Teil der Bauvorhaben erhebliche Baukostenzuschüsse. Trotz aller Probleme in dieser wirtschaftlich äußerst schwierigen Phase behalten die Verantwortlichen der Genossenschaft immer das Ziel im Auge, qualitativ gute anstelle billiger, minderwertiger Wohnungen zu erstellen.

Die stetig wachsende Geldentwertung in dieser Zeit, die auch durch die Goldmark-Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 1924 nur kurzzeitig gestoppt werden konnte, macht die zweimalige Anpassung des Geschäftsanteils und der Haftsumme erforderlich.

Die Verordnung über die Gemeinnützigkeit im Wohnungswesen schafft 1930 Vergünstigungen für die Wohnungsunternehmen, so u.a. die Befreiung von Steuern und Abgaben sowie Gerichtskosten und sonstigen Gebühren.

Im Zuge der politischen Machtübernahme durch die Nationalsozialisten werden die Organe der als Arbeitergenossenschaft gegründeten Solidargemeinschaft mit Parteimitgliedern besetzt. Entsprechend der volkswirtschaftlichen Zielsetzung führt der Verschmelzungserlass vom 14. August zur Vereinigung von vier kleineren Baugenossenschaften mit der VBS eG. Mit dem Gesetz über die Gemeinnützigkeit im Wohnungswesen sowie die gesetzlich normierten Baupflicht wird den Entscheidungsträgern in den Wohnungsunternehmen endgültig die unternehmerische Freiheit entzogen. Die Degradierung zur Organen der staatlichen Wohnungspolitik ist nunmehr endgültig vollzogen.

Zum Ende des 2. Weltkrieges sind 77 Prozent des sich bei Kriegsende im Eigentum der VBS eG befindlichen Wohnungsbestandes zerstört.

1946 - 1960

In den ersten Nachkriegsjahren gilt es neben der Beseitigung der schweren materiellen Schäden an den Gebäuden, wofür im Übrigen mangels Baumaterialien und finanzieller Mittel die Arbeitsleistung aller Mitglieder notwendig wurde, auch die unter den Nationalsozialisten verkümmerten demokratischen Wurzeln der Genossenschaft wieder zu aktivieren. Hierzu werden die Organe mit Persönlichkeiten besetzt, die auch in der schwierigsten Zeit zur VBS eG gestanden haben.

Mit der Währungsreform und der Verkündung des Grundgesetzes in den Jahren 1948/1949 werden die Grundsteine für einen domokratischen Neuanfang gelegt. Die 1950er Jahre sind geprägt von zwei Wohnungsbaugesetzen (I. und II.), in denen die staatliche Wohnungsbauförderung verankert wird. Auf Basis dieser Gesetze, welche die Bereitstellung öffentlicher und nichtöffentlicher Mittel vorsieht, kann auch die VBS eG in den Folgejahren zahlreiche Bauvorhaben realisieren. Die Bauaktivität konzentrieren sich dabei vor allem auf die Stadtteile Preungesheim, Ginnheim und Rödelheim. Aber auch in anderen Stadtteilen entstehen neue öffentlich-geförderte Wohnungen, wie in Sachsenhausen in der Oppenheimer Straße/Stegstraße. Bis zum Jahr 1960 können 770 geförderte Wohnungen den Mitgliedern zur Nutzung übergeben werden.

Doch auch außerhalb der gesetzlichen Wohnungsbauförderung ist die Genossenschaft aktiv und errichtet im Jahr 1959 insgesamt 85 freifinanzierte Wohnungen im Stadtteil Ginnheim.

Die weiterhin steigende Wohnungsnachfrage in Frankfurt am Main führt dazu, dass die Genossenschaft trotz umfangreicher Wohnungsfertigstellungen nicht alle Mitglieder mit Wohnraum versorgen kann; die Zahl der unversorgten Mitglieder nimmt kontinuierlich zu.

1961 - 1970

Anfang der 1960er Jahre startet die VBS eG ihr erstes Bauvorhaben außerhalb der Stadtgrenze Frankfurt. In Steinbach/Taunus werden sowohl im freifinanzierten als auch im öffentlich geförderten Mietwohnungsbau insgesamt 152 Wohneinheiten fertig gestellt.

Gemeinsam mit der Stadt Frankfurt und der Frankfurter Sparkasse gründete die VBS eG 1962 die Umland Wohnungsbau GmbH. Die Gesellschaft errichtet in den folgenden Jahren 756 Miet- und - gemeinsam mit der VBS eG - 347 Eigentumswohnungen in Steinbach/Taunus. Die VBS eG ist von Beginn an Mehrheitsgesellschafterin und bestimmt die Geschäftspolitik im genossenschaftlichen Sinn.

1971 - 1990

Im Stadtgebiet von Frankfurt konzentrieren sich die baulichen Aktivitäten in den 1970 und 1980er Jahren auf die Stadtteile Nordweststadt, Riederwald und Ginnheim. Unter Einbeziehung der staatlichen Wohnungsbauförderung entstehen hier zahlreiche Gebäude mit insgesamt über 700 modern ausgestatteten Wohneinheiten, darunter auch Wohnungen in Seniorenwohnanlagen, in denen den Bewohnern ein zusätzliches Betreuungsangebot zur Verfügung steht.

1991 - 2005

Die rege Neubautätigkeit im Siedlungsbereich Riederwald findet auch zu Beginn der 1990er Jahre ihre Fortsetzung. Während die Häuser Am Erlenbruch und Theodor-Haubach-Weg abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden, wagt die Genossenschaft bei zwei anderen Gebäuden die kostenintensive Sanierung im Rahmen von Pilotprojekten. Die Erfahrungen aus diesen beiden Projekten fließen in die Planungen zukünftiger Modernisierungsmaßnahmen ein. Bis 1994 stellt die VBS eG in diesem Siedlungsgebiet insgesamt 44 neugebaute und 18 modernisierte Wohnungen fertig.

Die zweite Hälfte der neunziger Jahre sowie die folgenden Jahre des neuen Jahrtausends sind von umfassenden Modernisierungstätigkeiten in sämtlichen Siedlungsbereichen geprägt. Neben der allgemeinen Verbesserung der Wohnverhältnisse, wie etwa die Modernisierung von Bädern, bestimmen dabei auch zunehmend energetische Gesichtspunkte den Umfang der Projekte. Während sich anfangs die Maßnahmen zur Energieeinsparung noch auf die Dämmung der Gebäudehülle nebst Heizungserneuerung beschränken, kommen mit der Zeit weitere Technikkomponenten, insbesondere aus dem Bereich der regenerativen Energieerzeugung, zum Einsatz.

Im Jahr 2001 feiert die VBS eG ihr 100jähriges Bestehen und zählt mit über 7 000 Mitgliedern zu einer der größten Genossenschaften in Hessen. Das Sparvolumen der Mitglieder beträgt rund 6,4 Millionen Euro.

2006 - 2007

Für den Altbaubestand im Siedlungsgebiet Riederwald ergeht in 2006 eine Denkmalschutzverfügung in Form eines Ensembleschutzes. Nach langwierigen Verhandlungen mit der Stadt Frankfurt über die Art und Weise zukünftiger Modernisierungsvorhaben einigt man sich auf ein denkmalschutzkonformes und energetisches Modernisierungskonzept unter städtischer Finanzierungsbeteiligung. Die Liegenschaft Raiffeisenstraße 58-62 wird so die erste Modernisierungsmaßnahme, die trotz Denkmalschutz energetisch Neubauniveau erreicht.

Im Jahr 2007 wird das neue Kundencenter im Großen Hirschgraben feierlich eröffnet. Als zentrale Ansprechpartner stehen den Kunden hier die Teams "Vermietung" und "Spareinrichtung" zur Verfügung. Damit verbunden ist die Erweiterung der Sprechzeiten.

2008 - 2009

Aufsichtsrat und Vorstand legen für zukünftige Neubau- und Modernisierungsprojekte hohe Energieeffizienzstandards fest. So wird für jedes neu gebaute oder modernisierte Gebäude ein Energieverbrauch von umgerechnet 4 Liter Heizöl je qm jährlich angestrebt. Als erstes Neubauprojekt erfüllt das Niedrigenergiehaus in der Reichelstraße diese Vorgabe. Das Modernisierungsvorhaben in der Bornheimer Landwehr erreicht diesen Zielwert ebenfalls. Weitere Modernisierungsprojekte folgen.

Die Genossenschaft erwirbt die Kapitalanteile der Frankfurter Sparkasse sowie der Stadt Frankfurt an der Umland Wohnungsbau GmbH und ist alleinige Anteilseignerin. Damit ist die Voraussetzung für die Verschmelzung beider Unternehmen geschaffen.

Im Jahr 2009 beschließen Aufsichtsrat und Vorstand eine Richtlinie zur Mietpreisfestsetzung. Abweichend von den gesetzlichen Regelungen werden hier zum Vorteil für die Mitglieder eigene genossenschaftsinterne Mieterhöhungs- und Mietpreisobergrenzen verankert.

Bedingt durch das neue Genossenschaftsgesetz ist die Überarbeitung der Satzung der VBS eG erforderlich. Gleichzeitig wird die Höhe des Geschäftsanteils von bisher 613 Euro auf neu 25 Euro festgelegt, wobei die Mindestzeichnung nunmehr 25 Anteile beträgt. Die Vertreterversammlung beschließt die neue Satzung am 26. Juni 2009.

2010

Die Vertreterversammlung der VBS eG beschließt die Verschmelzung mit der Tochtergesellschaft Umland Wohnungsbau GmbH rückwirkend zum 1. Januar 2010. Damit erhalten fortan auch die bisherigen Mieter der Umland GmbH den vollen genossenschaftlichen Schutz.

Nach Einigung mit der Stadt Frankfurt beginnen im Stadtteil Riederwald zeitgleich sowohl die Arbeiten am Niedrigenergie-Neubau in der Rümelinstraße als auch die Sanierung der sogenannten "Ladenzeile" in der Max-Hirsch-Straße.

Der Spareinlagenbestand der Genossenschaftsmitglieder steigt erstmals auf fast 15 Millionen Euro.

Ansprechpartner

Sonja Stelzer

069 920719-21